Chronik des Turngaues Oberhausen – Bocholt e.V.

Heute Turnverband Rechter Niederrhein e.V.

Aus Anlass des 50-jährigen Bestehens am 6. Oktober 1996

(Ergänzt und überarbeitet am 13.März 2018) Erhard Schiedeck

* Diese Chronik wurde von 1996 bis heute von Dieter Börgers ergänzt.

Eine Chronik unseres Turngaues zu erstellen bedeutet, sich mit der Struktur der Bevölkerung dieser Region auseinander zu setzen. Im Süden die geballte Industrielandschaft und im Norden der Niederrheinbereich mit westfälischem Einschlag und in manchen Orten lässt sich der niederländische Einschlag nicht verleugnen.

In der Kommunalen Ordnung gehört unser Gebiet mit der Stadt Oberhausen und dem Kreis Wesel zum Regierungsbezirk Düsseldorf und mit der Stadt Bottrop und dem Kreis Borken zum Regierungsbezirk Münster. Auch reichen wir mit der Stadt Bottrop in den Westfälischen Turnerbund hinein. Hauptmerkmal zur Gründungszeit war die westliche Begrenzung durch den Rhein und die - lange unverzichtbare – Verkehrsmöglichkeit Eisenbahn von Oberhausen über Wesel nach Emmerich oder Bocholt. Beileibe keine leichte Aufgabe, diese Region durch den Turnverband zusammenzuhalten.

50 Jahre Turngau Oberhausen – Bocholt, für ein Menschenleben ist das immerhin 2/3 Lebenszeit. Für einen Verband ist das vielleicht eine Epoche.

1946

Wie sah nun der Neuanfang aus. Sicher war die Bevölkerung mit Bergbau und Schwerindustrie bei der Besatzungsmacht begünstigt, die früh bei den Vereinen Sport und Versammlungen zuließ.

Die erste Aufzeichnung (mir bekannt) gibt es beim TV Biefang, der am 16. September 1945 unter Hermann Caspers seine erste Versammlung abhielt. In vielen Vereinen sah es sicher ähnlich aus, denn mit 10 Vereinen mit 2568 Mitgliedern wurde 1947 unter Fritz Collet  (TB Oberhausen) als Vorsitzender, Hans Meerhoff (Tus Alstaden) als Geschäftsführer, Hermann Caspers (TV Biefang) als Oberturnwart, Josef Gröne (TB Osterfeld) als Kassenwart und Willi Laux (OTV 73) als Jugendwart der damalige Turnkreis Oberhausen – Bocholt wieder in Schwung gebracht. 1950 wurde der Vorstand durch die Frauenwartin Martha Caspar (OTV 73) ergänzt.

Interessantes aus jener Zeit:

In Biefang machte der Vereinswirt in seinem Saal Haken in den Boden und in die Decke eine Ausbuchtung, damit am Reck geturnt werden konnte.

In Voerde hielt der Turnverein seine Turnstunden in Haus Voerde ab.

In Brünen wurde mit selbst reparierten Fußbällen und hochgeschnürten Arbeitsschuhen Fußball gespielt.

Einmal in Schwung gebracht ging es rasant weiter.

1947

1. Rheinischen Turnfest in Remscheid

1948

Beim 1. Deutschen Turnfest in Frankfurt gab es begeisterte Teilnehmer aus unserem Turnkreis.

1949

Wurden beim Turnverein Biefang die Gerätemeisterschaften des Turnkreises durchgeführt.                                                                                                                     

Beim TV Rhede ein großes Leichtathletik – Sportfest.                                          

Die Turnerschaft Sterkrade 1869 hatte die großen Vorbilder Adalbert Dickhut und Helmut Banz zu Besuch.

Bei den Turnerinnen und Turnern wurden Städtevergleichskämpfe mit den Städten Essen und Mülheim durchgeführt.

1956

Zum 50jährigen Jubiläum des TV Jahn Hiesfeld wurde am 14 und 15. Juli 1956 ein Kreisturnfest Oberhausen- Bocholt durchgeführt.

All diese Ereignisse beflügelten natürlich den Aufschwung.

In den 60er Jahren gab es einige Führungswechsel.

1959

Erwin Fengels wurde unser Vorsitzender, Richard Overbeck unser Oberturnwart, Willi Pärschke übernahm die Geschäftsführung. Mit 38 Vereinen stieg die Mitgliederzahl auf 10228, davon 5700 Frauen.

Bei den Turnerinnen war Hiltrud Heekmann mit Ehemann nicht wegzudenken und bei den Männern waren Willi Haverkorn und Dieter Erdhofer die Motoren für das Turnen. Dann gab es noch mit unermüdlichem Eifer unseren Gaujugendwart Willi Laux. Er hat nicht nur uns für die Turnbewegung begeistert. Er war auch 2 Jahre Jugendwart im Rheinischen Turnerbund, baute mit am Haus Kranzegg und war Urheber der Sammlung „Haus Kranzegg“. Durch die Bestrebungen zur Eigenverantwortung der Sportjugend und sein Wirken war auch die Begeisterung für die Turnerjugend im Turngau angefacht.

Als Nachfolger von Willi Laux übernahm Erhard Schiedeck mit Inge Schütt die Jugendführung. Nachdem die Deutsche Turnerjugend 1958 ihre erste Jugendordnung beschloss, waren wir in unserem Turngau einer der ersten im Rheinischen Turnerbund, die sich 1960 eine Jugendordnung gaben. Es folgten Jahre der intensiven Jugendarbeit. Im Turngau, im Rheinischen Turnerbund und im Deutschen Turnerbund wurden Pfingsttreffen veranstaltet. Rheinische Jugendturntage unter Cilli Knaust  (spätere RTB-Vorsitzende), Deutsche Jugendturntage unter Jürgen Diekert (späterer DTB-Vorsitzender). Es erscheint mir wichtig, auf diese Zeit hinzuweisen, denn die damaligen Jugendführungen wechselten später in die Erwachsenenführung. Einige sind sicher erwähnenswert: Jürgen Diekert, Jürgen Palm (Trimmaktion). Aus dem RTB: Cilli Knaust, Karl Heinz Schwirtz, Annemarie Oebels, Gert Gente, Bärbel Vitt. Aus unserem Turngau  Helmut Limbeck, Winfried Piaskowy, Hans Mayland, Bärbel Grüttgen, Dieter Börgers und Erhard Schiedeck. Es gab Gau-Jugendveranstaltungen, die nachhaltigen Eindruck hinterließen, Jugendskifreizeiten und Sommerfreizeiten. Im Wettkampfbereich: Jährliche Schülerturnfeste, Schülersportfeste und Schüler Schwimmfeste, die bis heute Bestand haben.

1965

Auf Bestreben von Willi Dellemann (TuS Hüthum) wurde 1965 ein letztes Gau-Turnfest im Stadion Emmerich abgehalten.                              

1967

Nachdem Richard Overbeck verstarb, übernahm Erhard Schiedeck das Amt des Oberturnwartes und sein Nachfolger als Jugendwart wurde Winfried Piaskowy. Mit großer Unterstützung durch Fachwart Franz Burg (LA) wurden in dieser Zeit Mehrkampftage und Turnfeste durchgeführt. Die Turnerinnen und Turner führten jährlich ihre Gau-Meisterschaften durch (auch als Qualifikation für nächsthöhere Wettkämpfe). Viele Vereine bereiteten sich auch über die Fachwarte für Rheinische und Deutsche Turnfeste vor, die alle vier Jahre im Wechsel stattfanden.

1968

Wurde ein Übungsleiter – Lehrgang Turnen durchgeführt, der unseren Übungsleitern „ohne Schein“ eine gute Ausbildung bescheinigte.  

1975

Wurde das Amt des Jugendwartes von Dieter Börgers übernommen.

1976

Das Amt des Oberturnwartes von Gerd Fischer. Trimmaktionen, Jedermann-Wettkämpfe und Seniorentreffen waren gut besuchte und gefragte Veranstaltungen. Die Fortbildung einer großen Schar von Übungsleiterinnen und Übungsleitern, besonders im Breitensport bei den Frauen, war eine vorrangige Aufgabe.

1979

Friedel Herbers wurde unser Kassenwart und Otti Wemmers übernahm das Amt der Frauenwartin. Martha Caspar wurde zur Ehrenfrauenwartin ernannt.

Große Bestürzung und Trauer entstand, als 1979 unser Vorsitzender Erwin Fengels plötzlich verstarb. Die so entstandene Lücke wurde zunächst von Lothar Ehresmann kommissarisch und dann von Heinz Lammerich 1981 für 10 Jahre gemeistert.

1990

Rolf Frücht unser neuer Vorsitzender

1991

In der Frauenführung gab es einen Wechsel von Otti Wemmers an Gertrud Präg.

1992

Erhard Schiedeck als Oberturnwart wieder in seine Führungsmannschaft.

Der Turngau hatte jetzt 70 Vereine und 26040 Mitglieder, eine stolze Bilanz.

Es war für uns ein herber Schlag, als wir von Willi Pärschke, die Seele unseres Turngaues, Abschied nehmen mussten. Ohne viel Aufhebens, wie selbstverständlich, hatte er 32 Jahre unsere Geschäftsstelle geführt.

Dieter Börgers übernahm die Geschäftsstelle und Bärbel Grüttgen die Jugendführung.

Durch eine Satzungsänderung wurde der Breitensport vom Wettkampfsport getrennt. 

Amtsträger für Wettkampfsport wurde Lothar Ehresmann und für Breitensport Erhard Schiedeck.

Im Wettkampfsport gibt es gute Trainingsarbeit und somit gut platzierte Wettkämpfer und Wettkämpferinnen.

Zentren sind:

Ein Leistungszentrum für Turner in Oberhausen-Sterkrade

Ein Leistungszentrum für die Rhythmische Sportgymnastik in Bocholt

Und ein Stützpunkt für Trampolinturnen in Bocholt

Im Breitensport arbeiten wir daran, unserem Turngau / Turnverband eine Zukunft zu geben.

Breiten und Gesundheitssport nehmen den größten Raum ein: .Aerobic - Rückenschule – Präventionssport mit all seinen Facetten folgten dem Trend und der Nachfrage. Hauptaufgabe ist es, unsere Übungsleiter und Fachleute auf den neuesten Stand zu schulen. Pluspunkt-Prädikate für die Vereine und die Anerkennung der Krankenkassen stehen im Vordergrund

1996

Führte der Turngau Oberhausen-Bocholt eine neue Ehrung ein. Den Ehrenteller des Turngaues

Oberhausen-Bocholt. Dieser wird nur einmal im Jahr vergeben.

1998

Wurde Rolf Frücht zum Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme im Vorstand ernannt.

Werner Eckers übernahm den Vorsitz.

2002

Wurde der Turngau Oberhausen-Bocholt umbenannt in Turnverband Rechter Niederrhein e.V.

Der Begriff „Gut Heil“ auf offiziellen Schreiben wurde gestrichen.

2003

Bärbel Grüttgen übergab das Amt der Jugendvorsitzenden an Sandra Griegat.

2007

Wurde Erhard Schiedeck zum Ehrenoberturnwart mit Sitz und Stimme im Vorstand ernannt.

2009

Wurde zum ersten Mal keine eigene Mitgliedererhebung gemacht. Es wurden die Zahlen des

Landessportbundes übernommen.                                 

2010

Ursel Lefort übernahm den Bereichsausschuss Spitzensport.

Marcel Bohn das Amt des Jugendvorsitzenden von Sandra Griegat übernommen.

2012

Nach Rücktritt von Regina Lunow-Kirchhoff übernahm Ursel Lefort auch das Amt des Bereichsausschussen Breitensport.

Nach der Amtsübernahme von Werner Eckers an Arno Tiemann als Vorsitzender, wurde Werner Eckers zum Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme im Vorstand ernannt.

2014

Musste Arno Tiemann krankheitsbedingt das Amt des Vorsitzenden niederlegen.

2016

Wurde die Satzung grundlegend geändert.

Nachdem das Amt des Vorsitzenden 2 Jahre brach lag, übernahm Dieter Börgers das Amt des Verbandsvorsitzenden.

Wir hatten unsere Vergangenheit und hatten unsere Vorbilder. Wir werden nur eine Zukunft haben, wenn wir unseren Nachfolgern den Sinn unserer Arbeit deutlich machen können.

Lasst uns alle Möglichkeiten ausschöpfen, um dieses Ziel zu erreichen.

 

   

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